Arbeiten bei tropischen Temperaturen
Die Hitzeferien bei 35 Grad im Schatten sind leider nur eine Erfindung. Am Arbeitsplatz gibt es dennoch eine Reihe von Erleichterungen, wenn die Quecksilbersäule zu weit nach oben klettert.
Auch wenn einem bei der Hitzewelle des heurigen Sommers manchmal danach zumute wäre: Es gibt keine gesetzliche Grundlage dafür, den Arbeitsplatz zu verlassen, wenn die Temperatur zu hoch ist.
Die oft kolportierten Hitzeferien ab 35 Grad Celsius sind gesetzlich nicht vorgesehen. Die Arbeitgeber sind aber schon im ureigensten Interesse gut beraten, erträgliche Bedingungen zu schaffen.
Immerhin nehmen an heißen Tagen Leistungsfähigkeit und Konzentration deutlich ab, sowohl bei körperlichen Tätigkeiten als auch bei geistigen Tätigkeiten kann die Arbeitsleistung um bis zu 70 Prozent gegenüber Tagen mit normalen Temperaturen absinken. Darunter leidet die Arbeitsqualität, die Fehlerhäufigkeit und das Unfallrisiko steigen.
Weil das weder im Interesse der Beschäftigten noch der Unternehmen sein kann, ist es nicht nur eine rechtliche Vorschrift, sondern ein Gebot der Vernunft, möglichst viel zu tun, um das Arbeiten bei den tropischen Sommertemperaturen erträglich zu machen.
Die richtige Raumtemperatur
So ist es beispielsweise wichtig, direkte Sonneneinstrahlung durch Fensterflächen mit Jalousien zu verhindern. Wenn eine Klimaanlage vorhanden ist, soll die Raumtemperatur in Büroräumen, wo die körperliche Belastung gering ist, zwischen 19 und 25 Grad liegen. Dort, wo für die Arbeit mehr körperliche Anstrengung notwendig ist, soll die Raumtemperatur zwischen 18 und 24 Grad betragen.
Es gibt kein Gesetz, dass den Arbeitgebern vorschreibt, wegen sommerlicher Temperaturen allein eine Klimaanlage zu installieren. Es gibt aber eine Reihe anderer Maßnahmen, durch die sich die Arbeitsbedingungen in Räumen während der heißen Tage verbessern lassen.
Vorsicht bei Ventilatoren
Neben der Abschattung vor direkter Sonneneinstrahlung und vor Wärmequellen wie zum Beispiel Lichtspots oder Geräten zählt dazu vor allem die intensive Durchlüftung der Arbeitsräume in den Nacht- oder in den frühen Morgenstunden. Bewährt haben sich Tisch- oder Stehventilatoren, die unter Tags die Luft zum Zirkulieren bringen. Dabei ist Vorsicht geboten: ein direkter Windstrahl kann Erkältungen oder einen schmerzhaften Hexenschuss auslösen.
Günstig ist es, wenn die Firma Duschgelegenheiten zur Verfügung stellen kann, einfacher ist die Bereitstellung von ausreichend alkoholfreien Getränken und die Lockerung eventueller Bekleidungsvorschriften.
Erste-Hilfe-Kurse
Umsichtige Arbeitergeber werden nach Möglichkeit den Arbeitsbeginn vorverlegen und zusätzliche Arbeitspausen ermöglichen, um die Mittagshitze zu meiden. Empfehlenswert ist es, die Mitarbeiter in Erste-Hilfe-Leistung speziell bei Hitzekollaps, Hitzschlag oder Sonnenstich ausbilden zu lassen.
Besondere Rücksicht muss bei glühender Hitze – wie auch sonst – auf Personengruppen wie werdende und stillende Mütter, Frauen an Steharbeitsplätzen, ältere und gesundheitlich gefährdete Arbeitnehmer genommen werden.
Tags: Arbeitsplatz, Arbeitsumfeld



