Biker aufgepaßt !! “On the road again” – Tipps und Facts rund ums Auswintern und der ersten Ausfahrt
Ein herzliches Dank an meinen Motorradclub “Dykes on Bikes” für das wunderbare Zusammenstellen dieser Tipps!
Wer zumindest die technischen Voraussetzungen schaffen will, um mit vollem Schwung in die neue Motorradsaison starten zu können, sollte sich die noch verbleibende Wartezeit bis zu den ersten Frühlingstagen mit einigen kleineren Wartungsarbeiten vertreiben.
Auch wenn die Maschine hervorragend eingewintert wurde und an einem trockenen, frostfreien Platz Winterschlaf hielt, ist sicher der eine oder andere kosmetische oder gar operative Handgriff erforderlich:
Step by step
- Gründliche Reinigung der Maschine
Wenn man die Reinigung mit einem Dampf- oder Hochdruckstrahler durchführt, darf man die Düsen nicht zu nahe an das Motorrad halten und nicht unter den Tank sprühen, damit die Elektrik nicht in Mitleidenschaft gezogen wird.
- Reifen
Reifenluftdruck prüfen, da den Winter über immer ein wenig verloren geht
Die gesetzlich vorgeschriebene Mindestprofiltiefe (noch mindestens 1,6 mm) überprüfen. Beschädigte Reifen auf alle Fälle ersetzen.
- Bremsen
Sind die Bremsbeläge in Ordnung? Bremsscheiben auf Abnützung kontrollieren. Bremsflüssigkeitsstand kontrollieren, spätestens alle 2 – 3 Jahre die Bremsflüssigkeit tauschen. Muss die Bremsanlage entlüftet werden? Sind Leitungen porös? Das ist dann der Fall, wenn der Bremshebel in gezogener Position nach einigen Sekunden immer noch nachgibt.
Ausprobieren, ob sich Hand- und Fußbremse geschmeidig betätigen lassen. Die Bremsen sollten hart und ordentlich zupacken. Bremsbeläge nötigenfalls austauschen.
- Kette
Überprüfung der Kette. Korrekt gespannt? Gut geschmiert? Reinigungsbedürftig?
Wer jetzt die Kette seines Motorrads schon einige Tage vorm ersten Ausritt schmiert, kann sicher sein, dass sich das Mittel gut zwischen die einzelnen Kettenglieder einarbeiten kann und nicht schon nach wenigen hundert Metern Fahrtstrecke abgeschleudert wird.
- Kabel und Züge
Ein sich ankündigender Schaden kann ev. durch optische Kontrolle bereits früherkannt werden.
Die Seilzüge von Kupplung, Bremsen und Gasbetätigung können meist einige Tropfen Öl vertragen damit sie sich wieder geschmeidig betätigen lassen.
- Lenkkopf- und Schwingenlager
Überprüfen. Bei angehobenem Vorderrad die Leichtgängigkeit der Lenkung und dabei gleich das Lenkkopflager checken.
- Elektrik
Die Batterie sollte geladen werden damit der Motor leichter anspringt. Beim Einbau ist zu beachten, dass zuerst Pluskabel dann Massekabel angeschlossen werden und dass der Entlüftungsschlauch korrekt verlegt wird.
War die Batterie während der Winterpause ausgebaut, empfiehlt es sich die Pole nach dem Anschließen ans Bordnetz mit einem speziellen Batteriepolfett zu konservieren.
Wenn die Batterie eingebaut ist, Lichtanlage prüfen und allenfalls durchgebrannte oder geschwärzte Lämpchen erneuern.
Bei der Funktionsprüfung nicht auf Blinker und Hupe vergessen.
- Flüssigkeiten
Flüssigkeitsstände (Öl, Kühlmittel, Kardanöl, Brems- und Hydraulikflüssigkeit) überprüfen. Zu wenig? Verdreckt?
- Zündschloss und Schalter
Wenn das Motorrad über den Winter im Freien geparkt worden ist, sollte man Zündschloss und Schalter mit einem Spritzer MOS 2-Spray behandeln.
- Motor, Zündkerzen
Vor der ersten Ausfahrt speziell die Kühlrippen luftgekühlter Motoren reinigen. Bei stark verschmutzten Rippen wird die erforderliche Kühlung verschlechtert.
Zündkerzen reinigen und eventuell austauschen.
- Lack & Chrom
Jetzt ist Zeit, kleine Lackschäden auszupolieren, notfalls auch mit einem Lackstift tiefere Kratzer zu beseitigen. Korrosionsflecken und Roststellen auf Chrom oder Alu rückt man am besten mit entsprechenden Pasten bzw. mit geeignetem Polierwachs und Polierscheiben zu Leibe.
- Schrauben & Muttern
Und da wir gerade auf allen Vieren rund ums Bike kriechen, kontrollieren wir auch gleich alle zugänglichen Schrauben und Muttern auf festen Sitz. Besonders anfällig fürs Abvibrieren sind die Befestigungen des Kennzeichens, Kofferhalterungen und allfällige andere Anbauteile. Sollte sich eine Schraubverbindung wiederholt lockern, hilft ein Tropfen flüssiger Schraubensicherung (Loctite).
Achtung: Schrauben, an denen farbige Lackmarkierungen zu finden sind, nicht verdrehen – die korrekte Werkseinstellung bekommt u.U. nicht einmal der Mann in der Fachwerkstätte wieder hin!
- Vergaser
Wenn die Vergaser im Herbst entleert wurden, dauert es nur kurz bis sie sich mit frischem Sprit füllen und der Motor wird nach einigen Versuchen verlässlich anspringen. Wer alten Sprit in den Vergasern hat bringt den Motor oft nur unter Anwendung von Startersprays zum Anspringen.
- Motor anlassen und auf das rasche Verlöschen von Öldruck- und Ladekontrollleuchte achten.
- Den Motor nicht erst lange warmlaufen lassen, sondern gleich unter mäßiger, langsam steigender Belastung warmfahren.
- Auf einem wenig befahrenen Straßenabschnitt vorbeugend die Bremswirkung testen.
- Pickerl, Vignette, Servicetermin,….?
- Eventuell Fahrsicherheitstraining
Motorradfahren nach der Winterpause
Viele Motorradfahrer freuen sich bereits auf die neue Motorradsaison. Doch wer monatelang die Maschine nicht angerührt hat, sollte vor dem Start erst einmal Körper und Geist eine gewisse Warmlaufphase gönnen.- Fitness: Ein Helm wiegt rund 1,5 kg. An dieses Gewicht ist die Halsmuskulatur nach dem „motorradfreien“ Winter nicht gewöhnt. Die Handmuskulatur hat sich in den letzten Monaten vielleicht hauptsächlich mit der Bewegung der Tastatur-Tasten oder der PC-Maus beschäftigt, nicht mit Kupplungs- und Bremshebel. Damit nicht Verspannungen und Muskelschmerzen den Spaß an den ersten Ausfahrten trüben, sollte rechtzeitig mit etwas sportlicher Betätigung begonnen werden.
- Fahrtechnik und Reaktion sind anfangs nicht schon sofort wieder so gut, wie am Ende der letzten Saison. Motorradfahren verlernt man zwar nicht, aber das Gefühl für das sichere Handling der Maschine, besonders in kritischen Situationen, lässt ohne ständige Praxis nach. Wichtig ist, dass man richtiges Bremsen, nötige Schräglage und rechtzeitiges Reagieren allmählich Schritt für Schritt perfektioniert. Im eigenen Interesse sollten vor Beginn der ersten Ausfahrt einige Fahr- und Bremsübungen gemacht werden. Dazu eignen sich am besten Verkehrsübungsplätze.
- Zum Eingewöhnen nur kurze Ausfahrten unternehmen; für anschließende längere Touren nicht gleich schwere Bergstrecken wählen, sondern erst im Flachland wieder “einrollen”. Im Frühjahr sind die Tage noch recht kurz. Deshalb die Länge der Touren richtig planen.
- Nicht an der Kleidung sparen, auch wenn die Frühlingssonne schon kräftig einheizt. Helm, Handschuhe, warme Kombi und Nierenschutz sind auch bei angenehmen Frühlingstemperaturen nötig, denn im Schatten kann es noch empfindlich kalt sein. Klamme Hände und Füße sind die schlechtesten Voraussetzungen für sicheres Fahren. Ist das Helmvisier verkratzt, sollte man es rechtzeitig vor dem Start der Saison austauschen.
- Daran denken, dass sich die Autofahrer noch nicht auf die Motorradfahrer eingestellt haben. Während der kalten, motorradlosen Jahreszeit haben viele Autofahrer den partnerschaftlichen Umgang mit Bikern verlernt. Für Motorradfahrer heißt das, zu Beginn der Saison im eigenen Interesse besonders vorsichtig fahren.
Aber auch Autofahrer sollten sich jetzt wieder verstärkt auf motorisierte Zweiradfahrer einstellen und auf sie Rücksicht nehmen. Das Beschleunigungsvermögen von Motorrädern wird häufig unterschätzt, und die wenigsten Autofahrer sind sich darüber im Klaren, wie schwer es ist, mit einem Motorrad schnell auszuweichen oder zu bremsen.
Ausrüstung
Egal, ob Leder oder Textil – jetzt ist die beste Zeit, um die Ausrüstung von FahrerIn (und BeifahrerIn!) in Schuss zu bringen! Erwischt dich auf Tour der erste Frühlingsregen und fällt dir dann ein: “Imprägnieren wollte ich sie auch noch…”, ist es zu spät!
Wie sieht der Helm aus? Immer noch die tiefen Kratzer vom Steinschlag am Visier genau vor der Pupille? Lohnt es sich, ein neues zu bestellen oder sollte gleich ein neuer Helm auf den Kopf kommen?
Ach ja, die kaputte Naht im Handschuh! Die Sohle, die beginnt, sich vom Stiefel zu trennen! Und das Loch im Sack der Lederhose!
Lauter Kleinigkeiten, die “gemacht gehören”, die – bleiben sie unerledigt – jedoch dann, wenn der Asphalt ruft, ev. den Fahrspaß trüben oder gar verzögern.
Quellen: ADAC, ÖAMTC, bikerwelt.at, tourenbike.at
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