Der Job auf Probe

Viele Jugendliche beginnen in den kommenden Wochen mit der Berufstätigkeit. Im neuen Job können sie, aber auch die Firmen, testen, ob beide zueinander passen.Wer ein neues Arbeitsverhältnis eingeht, muss in den meisten Fällen eine Probezeit absolvieren.

Was dabei für Arbeitgeber und Arbeitnehmer zu beachten ist

Wichtig ist, dass das Arbeitsverhältnis während der Probezeit jederzeit ohne Einhaltung einer Frist aufgelöst werden kann. Dabei muss kein Grund für die Auflösung angegeben werden.
Achtung auf den Kollektivvertrag

In manchen Branchen ist die Dauer der Testphase Bestandteil des Kollektivvertrags, wobei die Probezeit unter Umständen schriftlich vereinbart werden muss, damit sie gültig ist. Ansonsten kann die Dauer der Probezeit von Arbeitgeber und Arbeitnehmer gemeinsam vereinbart werden.

Lehrlinge haben grundsätzlich eine dreimonatige Probezeit. Für alle anderen Fälle gilt eine Höchstdauer von einem Monat. Wenn der Kollektivvertrag eine kürzere Probezeit vorsieht kann sie nicht durch eine individuelle Vereinbarung verlängert werden.

Wird das Arbeitsverhältnis in der Probezeit gelöst, endet es mit dem Zugang der Auflösungserklärung, die dem jeweiligen Vertragspartner spätestens am letzten Tag der Probezeit zugehen muss. Wenn der letzte Tag ein Sonntag ist, wird die Frist dadurch nicht verlängert.
Wieviel Entgelt man bekommt

Für die Arbeit während der Probezeit steht den Beschäftigten natürlich ein Entgelt zu, das vorher vereinbart wurde. Wenn die Mitarbeit vorzeitig beendet wurde, zahlt die Firma den aliquoten Lohnanteil und eine entsprechende Urlaubsersatzleistung. Bei Sonderzahlungen sind die Bestimmungen im Kollektivvertrag wesentlich.

Wenn der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis während eines Krankenstandes in der Probezeit beendet, so muss er den Lohn nicht länger zahlen als die Probezeit dauerte, auch wenn der Test-Kandidat länger krank ist.

Bei Schwangerschaft in der Probezeit besteht kein besonderer Kündigungsschutz. Die Kündigung ist aber rechtlich anfechtbar wenn der Beweis gelingt, dass die Auflösung des Arbeitsverhältnisses wegen der bestehenden Schwangerschaft erfolgt ist.

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