Gut geplant ist halb geurlaubt
Die gute Nachricht in frostigen Zeiten: Der nächste Urlaub kommt bestimmt. Wer mit dem eigenen Auto zum Ferienziel fährt, sollte sich schon jetzt umfassend informieren.
Wer als Urlauber selbst zum Urlaubsziel reist, kann viel Geld ersparen – oder sich ziemlichen Ärger einhandeln.
In jedem Fall lohnen sich gründliche Planung und sorgfältige Preisvergleiche, sagt Tourismusexpertin Silvie Bergant vom ÖAMTC, die entsprechende Reiseangebote aus Reisebüros und auch aus Supermärkten überprüft hat: „Bei beiden Anbieterformen sollte man vor der Buchung schauen, ob man entsprechende Beratung erhält und ob die kostengünstigen Angebote auch in der Zeit gelten, in der man selbst Urlaub hat.“
Nur an vier Terminen günstig
Gerade letzteres ist oft nicht der Fall. So wurden in einem Supermarkt fünf Nächte in einem privaten Appartement in Kroatien für nur 39 Euro pro Person angepriesen. Der Haken an der Sache: Dieser Preis galt nur an vier Terminen Ende März, Anfang April oder Mitte/Ende Oktober. In der Hauptsaison muss man dafür den vierfachen Betrag hinlegen.
Preisvergleiche lohnen sich jedenfalls und angesichts der verwirrenden Vielfalt in den Angeboten sollte man überlegen, den Urlaub im Reisebüro planen zu lassen und ihn dort zu buchen. Dabei können sich zwar Spesen ergeben, dafür entdecken die Profis Fallen, die man als Laie leicht übersieht.
Beachtliche Leistungsunterschiede
Silvie Bergant ist zum Beispiel bei ihren Recherchen auf ein Hotel im kroatischen Urlaubsort Umag gestoßen, wo bei einem Anbieter für drei Nächte 139 Euro pro Person zu berappen sind. Bei zwei Vollzahlern bekommt ein 13-jähriges Kind 25 Prozent Ermäßigung. Das selbe Hotel kostet für die gleiche Zeit bei einem anderen Veranstalter 135 Euro pro Person. Kinder unter 14 Jahren in Begleitung von zwei Vollzahlern urlauben gratis. Zudem ist im Preis eine Reiserücktrittsversicherung inkludiert.
Apropos Reiseversicherung: Auch hier lohnen sich Vergleiche oder das Gespräch mit dem Versicherungsmakler, denn die Angebotspalette ist mittlerweile sehr vielfältig. Zugleich sollte man bei der Fahrt ins Ausland auch eine Kaskoversicherung für den Pkw erwägen, die Eigenschäden bei Unfällen abdeckt. Etliche Versicherungen bieten auch Assistance-Leistungen an, die bei Zwischenfällen Gold wert sein können.
Vor dem Antritt der Reise sollte man sich jedenfalls darum kümmern, welche Bestimmungen im Urlaubsort für den Straßenverkehr gelten. Alles, was man wissen muss, finden Autofahrer auf der Länderinformationsseite des ÖAMTC.
Tipps für Selbstfahrer
Weil sich Urlaube für Selbstfahrer in vielerlei Hinsicht von Pauschalreisen unterscheiden, hat die Expertin einige Tipps zusammengestellt, welche die Urlaubsplanung und -entscheidung erleichtern.
- Vorsicht bei Extrakosten. Häufig sind Strandbenützungsgebühr wie auch Kurtaxe nicht inkludiert. Auch fürs Haustier – wenn sie überhaupt erlaubt sind – werden meist Gebühren extra verrechnet.
- Bei guten Supermarkt-Angeboten nicht zu lange zögern, sie aber trotzdem kritisch prüfen. Meist sind die Kontingente beschränkt, oft gelten die günstigen Preise nur an wenigen ausgewählten Terminen
- Auf das Kleingedruckte achten. Es ist mühsam, die Reise- oder Versicherungsbedingungen zu studieren, aber oft finden sich dort Zusätze, mit denen man möglicherweise nicht einverstanden ist.
- Den Reisekatalog oder Prospekt aufheben. Wenn das Hotel nicht den Versprechen entsprochen hat oder sonstige Unannehmlichkeiten auftraten, können Katalog oder Prospekt bei einem Rechtsstreit von Nutzen sein.
- Allfällige Probleme an den Reiseveranstalter melden. Beim Urlaub, den sie im Supermarkt gebucht haben, ist das aber nicht das jeweilige Geschäft, sondern der durchführende Veranstalter, der meist auch vor Ort einen Repräsentanten hat.
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