Vorsicht beim Sicherheitsgurt

Experten empfehlen, beim Anschnallen von Kindern im Auto im Winter besonders sorgsam zu sein.
So wichtig Gurte im Auto sind: Für Kinder im Auto können sie im Winter gefährlich sein.

Das Problem ist die kältebedingt dickere Kleidung. Mädchen und Buben tragen typische Winterpullover oder wärmendes Jacken, um gegen den Frost geschützt zu sein. Was gut gegen die Kälte wirkt ist schlecht für die Sicherheit der Kinder: Die dicke Kleidung verhindert nämlich, dass der Sicherheitsgurt so straff am Körper anliegt, dass er seine Schutzfunktion erfüllen kann.

Bei einem Unfall kann sich das fatal auswirken. Der Beckengurt rutscht dann in Richtung ungeschützten Bauch und dort kann es zu lebensbedrohlichen Verletzungen der inneren Organe kommen.

Am besten ohne Jacke

Um unnötige und gefährliche Zwischenräume zwischen Körper und Gurt zu vermeiden zieht man den Mädchen und Burschen am besten vor Beginn der Fahrt Jacke oder Pullover aus. Geht das nicht, weil die Kinder sonst zu sehr frieren, muss man zumindest versuchen, die Gurte so passend anzulegen wie irgendwie möglich.

Einen Fehler müssen Eltern unbedingt vermeiden: Zuerst dem Kind Jacke oder Pullover auszuziehen, dann den Gurt anzulegen und schließlich die Jacke über dem Gurt anzuziehen. Was wie ein guter Kompromiss aussieht – der Gurt sitzt straff, dem Kind ist nicht kalt – kann sich bei einem Unfall als verheerender Fehler erwiesen: Die Helfer haben dann die ärgsten Probleme, wenn sie das Kind aus dem Unfallfahrzeug befreien wollen.

Besser ist es, eine Decke über das bereits angeschnallte Kind zu legen, die kann man notfalls leicht zur Seite schieben.

Kinder als Mitfahrer sehr gefährdet

Die Sicherheit von Kindern im Auto wird leider oft vernachlässigt und die Folgen kann man an der Unfallstatistik ablesen: Zwei Drittel der Kinder, die im Jahr 2008 im Straßenverkehr getötet wurden, starben als Mitfahrer in einem Kfz! Und noch etwas weist die Statistik aus: Jedes fünfte Kind ist in Österreich als Pkw-Mitfahrer nicht ordnungsgemäß gesichert.

Dabei sind die gesetzlichen Vorschriften streng. Kinder bis zu 150 cm Körpergröße müssen mit geeigneten Kinderrückhaltesystemen gesichert werden. Wenn diese Vorschrift missachtet wird, gibt’s eine Vormerkung im Führerschein-Register – und wenn das innerhalb von zwei Jahren dreimal passiert, kann der Führerschein weg sein!

Wer seine Sprösslinge im Auto nicht in normengerechte Kindersitze verfrachtet, verstößt gegen das Kraftfahrzeuggesetz und riskiert eine Geldstrafe von bis zu 5.000 Euro.Der Fahrzeuglenker hat die Verantwortung für die Einhaltung der Kindersicherungspflicht bis zum vollendeten 14. Lebensjahr des Kindes.

Kollision bei 15 km/h kann tödlich sein

Verantwortungsvolle Eltern brauchen aber keine Strafdrohung, um ihre Kinder im Pkw bestmöglich zu schützen, denn ihnen ist bewusst, dass sie sonst die Gesundheit ihres Nachwuchses aufs Spiel setzen, denn bei einem Aufprall werden ungeheure Kräfte frei. Ein Frontalzusammenstoß bei Tempo 50 entspricht etwa einem Sturz aus dem dritten Stock. Und schon eine Kollision mit 15 Stundenkilometern kann für ein ungesichertes Kind tödlich enden.

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